Ausstellung 2016 – 60 Jahre Handel, Handwerk und Gewerbe

ausstellung2016

60 Jahre Handel, Handwerk und Gewerbe

Bericht von Hinrich Neumann

„Schau mal, so habe ich mal ausgesehen!“ Ausrufe wie diese hörte man am gestrigen 1. Mai 2016 sehr häufig bei vielen ehemaligen Lehrlingen aus Sillenstede. Denn im Alten Rathaus eröffnete der Chronikkreis Sillenstede seine Ausstellung „60 Jahre Handel, Handwerk und Gewerbe“. Bei den vielen Bauunternehmern, aber auch bei Bäcker Rohde und anderen Unternehmen haben viele junge Menschen ihr Handwerk gelernt. Daher sind sie auch auf vielen Bildern zu sehen, die die Tradition des Lehrlingslaufens am Rosenmontag und andere Aktivitäten zeigen.

Ohnehin spielt die Faschingszeit in der Geschichte von „Handel, Handwerk und Gewerbe“ eine große Rolle. Angefangen vom ehemaligen Handwerkerball, der später zum Rosenmontagsball wurde, über das Lehrlingslaufen, Besenwerfen der „Altgesellen“ am Faschingsdienstag bis zu der in den 90er Jahren eingeführte Weiberfastnacht haben die Handwerker und Unternehmen aus dem Dorf zur Faschingszeit das Dorfleben geprägt. Aber auch der kleine Weihnachtsmarkt zu Nikolaus mit dem großen Tannenbaum vor der Kirche und Geschenken für die Kinder ist eine fest etablierte Veranstaltung, die die Mitglieder von Handel, Handwerk und Gewerbe ehrenamtlich durchführen.

Die Traditionen reichen bis in die heutige Zeit. Daher zeugen viele Zeitungsausschnitte und private Fotos von den Aktivitäten der Sillensteder – alles festgehalten in hunderten von Bildern, die im Jahr 2016 im Alten Rathaus zu bestaunen sind. Die Mitglieder des Chronikkreises, Doris Wolken, Gerd Janssen, Christa Habben, Gisela Igel, Herma Hoppe, Werner Vienup, Heide Keunecke und Hinrich Neumann, hatten wieder ganze Arbeit geleistet, Bilder gesichtet, eingescannt und Foto-Wände bestückt.

Doch der 1. Mai führte nicht nur zurück in die Vergangenheit. Unter strahlend blauem Himmel bei frühlingshaften Temperaturen, wechselten vor dem ehrwürdigen Gebäude hunderte von Pflanzen beim traditionellen Pflanzenmarkt ihre Besitzer. Außerdem hat der Schulverein wieder selbstgebastelte Garten-Deko verkauft.

Wer die interessante Reise in die Vergangenheit im Alten Rathaus durchlebt hat, konnte sich wie immer bei Kaffee und Kuchen stärken, den die fleißigen Feuerwehrfrauen in dem Mannschaftsraum und auf der Terrasse angeboten haben.

In diesem Jahr war auch die Wiese hinter dem Alten Rathaus gut bevölkert. Aktivitäten gab es hier schon vor einer Woche: Landwirt Gerrit Gerriets hatte die Wiese freundlicher Weise gemäht. Das Gras haben dann Familie Neumann mit Jan Bölts, Wolfgang Stumpf und Pferd Martin abgefahren, damit die Aktivitäten am 1. Mai wieder gelingen konnten.

Technikfreunde konnten hier wieder sechs Oldtimer-Traktoren und erstmals auch ein Oldtimer-Cabrio bestaunen. Hinrich Neumann führte mit seinem Pferd Martin einen noch funktionsfähigen Heuwender aus den 50er Jahren vor. Viele Kinder konnten sich aber auch beim Ponyreiten oder beim Kutschefahren amüsieren. In diesem Jahr bekam Hinrich Neumann Unterstützung von Catharina Cramer, Anika Mazala und anderen fleißigen Helfern vom Pferdehof Schütte aus Stummeldorf.

Florian Donat, Kai Schaffranek und andere Helfer der Fußball-Jugendabteilung vom TUS Sillenstede boten Torwandschießen, Fallschirm-Rennen, Fußballtennis und andere Aktivitäten an, die die Aktivitäten auf der Wiese deutlich belebten.

So war der 1. Mai wieder ein toller Tag in Sillenstede, der deutlich macht: Wenn viele Ehrenamtliche ein kleines Stück ihrer Zeit und Ideen besteuern, kann ein schönes Fest daraus entstehen. Die vielen hundert Besuchern am 1. Mai haben damit wieder einen tollen Eindruck vom Dorf im Sonnenschein bekommen! Und für 2017 gibt es schon viele Ideen, um das Programm noch bunter und vielseitiger zu gestalten.

Bilder von Hinrich Neumann und Kai Schaffranek

Bilder von Olaf Runge

Ausstellung 2015 – TUS Sillenstede

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150 Jahre TUS Sillenstede

Bericht von Hinrich Neumann

Der Chronikkreis hat am 1. Mai 2015 im alten Rathaus die neue Ausstellung eröffnet. Thema in diesem Jahr: Das 150-jährige Jubiläum des Sportvereins. Mit über 200 Gästen war die Ausstellung sehr gut besucht.

In diesem Jahr dreht sich im Alten Rathaus in Sillenstede alles um das Thema Sport. Die Ausstellungsräume wirken fast wie ein Mannschaftsheim: Überall hängen Wimpel, Mannschaftsfotos und Zeitungsberichte über erfolgreiche Turniere und Wettkämpfe. Kein Wunder: Der TUS Sillenstede feiert in diesem Jahr sein 150-jähriges Jubiläum.

Das Großereignis hat der Chronikkreis Sillenstede zum Thema für die neue Ausstellung genommen. In vielen Monaten mühevoller Arbeit haben die Mitglieder Doris Wolken, Gerd Janssen, Christa Habben, Gisela Igel, Herma Hoppe, Werner Vienup, Heide Keunecke und Hinrich Neumann zusammen mit den TUS-Chronisten Jürgen Grimpe und Joachim Millahn etliche Dokumente und Fotos aus alter Zeit ausgegraben oder ehemalige Sportler befragt. Viele der rund 200 Besucher, die am 1. Mai zur Eröffnung durch die Räume wanderten, entdeckten sich in jungen Jahren auf dem einen oder anderen Foto wieder.

Der TUS Sillenstede hat auch eine bewegte Geschichte. Jeweils nach Ende der beiden Weltkriege begann das Vereinsleben ganz von vorn. In beiden Fällen war es der ehemalige Pastor Carl Woebcken, der den Verein wieder aufleben ließ.

Von einem reinen Turnverein entwickelte sich der TUS in den 50er Jahren hin zum Breitensport-Verein. In Eigenregie erstellten Schüler und Mitglieder im Jahr 1951 den Sportplatz, im Jahr 1981 kam die langersehnte eigene Sporthalle dazu. Viele diese Entwicklungen, aber auch etliche Anekdoten rund um das Vereinsleben sind in der Ausstellung zu finden.

Und während sich am 1. Mai innerhalb des Rathauses die Sportler tummelten, boten vor dem Rathaus wieder etliche Hobbygärtner Pflanzen und andere hübsche Dinge für den Garten an. Auch der Schulverein hatte wieder fleißig gebastelt und war dieses Jahr mit bunten Figuren für den Hauseingang zum Pflanzenmarkt gekommen.

Der große Besucherandrang machte sich auch bei der Feuerwehr bemerkbar, die ihren Clubraum im Alten Rathaus wieder zum Cafe umfunktioniert hatte. Schon um 14 Uhr war kaum noch Kuchen vorhanden, so einen Andrang haben die fleißigen Frauen selten erlebt. Draußen zeigten dieses Jahr mehr Oldtimer-Fans als sonst ihre alten Traktoren – jedes Jahr ein Publikumsmagnet für Technikfans.

Und die Kinder ließen es sich auf Martins Rücken gut gehen, dem gutmütigen Kaltblut von Hinrich Neumann, das traditionell am 1. Mai auf der Wiese hinterm Rathaus seine Runden dreht.

Zusammen mit dem schönen Wetter war auch diese Ausstellung wieder rundherum gelungen. Doch frei nach Sepp Herberger heißt es für die Chronikkreismitglieder: Nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung. Schon im Herbst beginnen die Vorbereitungen fürs nächste Jahr. Dann feiert der Verein „Handel, Handwerk und Gewerbe“ Jubiläum. Und wieder ist der Chronikkreis gefragt!

Bilder von Olaf Runge

Ausstellung 2014 – 30 Jahre Chronikkreis

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Vier Sillensteder für das ehrenamtliche Engagement geehrt

Bericht von Hinrich Neumann

Bödecker: „Chronikkreis Sillenstede leistet wertvolle Arbeit zur Dokumentation der Dorfgeschichte.“

Vier Mitstreiter des Chronikkreises Sillenstede haben am 1. Mai 2014 eine Urkunde der Stadt Schortens für ihr 25jähriges Engagement erhalten: Vorsitzende Doris Wolken sowie Heino Albers, Herma Hoppe und Heide Keunecke.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Anne Bödecker lobte die ehrenamtliche Tätigkeit der vier Schortenser.

Die Mitglieder des Chronikkreises leisten seit vielen Jahren wertvolle Arbeit, in dem sie alte Fotos, Zeitungsausschnitte und Gegenstände des täglichen Gebrauchs sammeln. Damit machen sie die Dorfgeschichte lebendig.

Stellv. Bürgermeisterin Anne Bödecker

Auch die Dorfgemeinschaft Sillenstede dankte dem Chronikkreis Sillenstede für die geleistete Arbeit. Vorsitzender Matthias Busch überreichte Doris Wolken einen Scheck über 50 Euro.

Wie jedes Jahr hatte auch am 1. Mai 2014 der Chronikkreis seine Räume im alten Rathaus des Dorfes den Besuchern geöffnet. Wegen des 30jährigen Bestehens des Vereins hatten die mittlerweile zwölf Mitglieder in diesem Jahr die Geschichte des Chronikkreises selbst, aber auch das Beste der bisherigen Ausstellungen zusammengetragen. Nähere Informationen über berühmte Heimatkundler des Dorfes wie Carl Woebcken, Anton Reling oder den Maler Arthur Eden runden die Ausstellung ab. Fast 340 Besucher strömten am Feiertag durch die Räume und informierten sich über die Dorfgeschichte. Interessant für die jüngeren Besucher waren auch die vielen Fotodokumentationen, die Straßenansichten und Gebäude von früher neben heutigen Ansichten zeigen.

Die Ausstellung wurde abgerundet von einem Pflanzenmarkt vor dem Rathaus. Der Förderverein der Grundschule verkaufte zudem gebastelte Türkränze und andere selbstgemachten Gegenstände. Auch die Feuerwehr hatte sich mit dem Verkauf von Kaffee und Kuchen sowie den berühmten „Feuerwehr-Hamburgern“ an der Aktion beteiligt. Auf der Wiese hinter dem Rathaus vergnügten sich die Kinder beim Ponyreiten. Auch haben die Oldtimer-Freunde wieder sechs alte Traktoren mitgebracht, die Jung und Alt von alten Zeiten schwärmen ließen.

„Wir waren mit dem Besuch der Ausstellung rund um das Rathaus sehr zufrieden. Gerade die Fotos aus alter Zeit sind für die Leute sehr spannend, wenn sie sich als Kind oder ihre Verwandten darauf erkennen“, zog Doris Wolken ihr Resümee.

Bilder von Hinrich Neumann

Bilder von Olaf Runge

Ausstellung 2013 – Brandschutz

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„Brandschutz im Laufe der letzten Jahrhunderte“

Trotz Wasserspritze war Löschwasser auf der Geest Mangelware.
Bereits 1876 wurde in Sillenstede eine Löscheinheit angeordnet.

Bericht von Martin Noormann

Einen Einblick in die Geschichte von Sillenstede und der Region bot der Chronikkreis wieder mit seiner Jahresausstellung, die am Maifeiertag eröffnet wurde und die sich mit dem „Brandschutz im Laufe der Jahrhunderte“ befasst. Dazu wurden zahlreiche Dokumente, Bilder und andere Ausstellungsstücke zusammengetragen.

Die Jahresausstellung stieß auf großes Interesse, die weiteren Veranstaltungen in Sillenstede trugen ebenfalls zum Gelingen bei. Die Aktivitäten am ersten Maitag begannen in Sillenstede wieder mit dem Stauden- und Pflanzenmarkt auf dem Platz vor dem ehemaligen Rathaus. Es hatten sich etwa 30 Hobbygärtner beim örtlichen Chronikkreis als Organisator der Veranstaltungen rund ums alte Rathaus angemeldet, die dann am frühen Morgen zur Stelle waren und ihre Angebote ausbreiteten.

Zur offiziellen Eröffnung der Ausstellung begrüßte Vorsitzende Doris Wolken vom Chronikkreis die stellvertretende Bürgermeisterin Anne Bödecker und wies auf das vielfältige Rahmenprogramm hin. Anne Bödecker zeigte sich überrascht von den Aktivitäten des regen Chronikkreises, der seit vielen Jahren aktiv ist. Sie dankte für das Engagement. Einen besonderen Dank sprach sie Doris Wolken aus, die sie als ein „Sillensteder Urgestein“ bezeichnete. In vielfältiger Weise hat Doris Wolken sich über Jahrzehnte für ihren Heimatort eingesetzt und führt diese Arbeit auch weiterhin aus. Ein gemeinsamer Rundgang durch die Ausstellung schloss sich an.

Pferde und Oldtimertraktoren
Auf dem Gelände hinter dem ehemaligen Verwaltungsgebäude hatten die Oldtimertraktoren Aufstellung genommen und konnten von Besuchern bestaunt werden. Mona und Hinrich Neumann boten mit ihren Pferden „Martin“ und „Zara“ für die Kinder einen Ritt über das Gelände. Die Freiwillige Feuerwehr hatte im Gemeinschaftsraum wieder eine Cafeteria eingerichtet. Gerne nahmen die Gäste nach einem Rundgang Platz und stärkten sich bei Kaffee, Tee und Kuchen. Handfeste Stärkungen gab es im und vor dem benachbarten Gerätehaus, wo Feuerwehrleute an Grillstationen für Bratwürste verantwortlich zeichneten. Der Förderverein der Freiwillen Feuerwehr informierte auch.

Feuerwehr-Historie
Aus den Anfängen des Brandschutzes um das Jahr 1750 gibt es keine Bilder, aber die Dokumente mit den ersten Brandschutzvorschriften zeigen, dass die Gefahr durch Feuersbrunst zu allen Zeiten gegenwärtig war und die Menschen aber auch die „Obrigkeit“ ständig beschäftigte. Schon vor mehr als 250 Jahren wurde sehr darauf geachtet, dass in den Ortschaften Feuerleitern und gute Feuerhaken bereit lagen und sonstiges Löschgerät vorhanden war. Auch in Sillenstede wurde auf die Einhaltung dieser Vorschriften geachtet. Protokolle des Kirchspielausschusses aus der Zeit um 1800 belegen dies.

Einen ersten geordneten Feuerschutz gab es in Sillenstede nach 1876 durch die Einrichtung einer Pflichtfeuerwehr und die Anschaffung einer Wasserspritze. Von der großherzoglichen Regierung in Oldenburg war eine entsprechende Anordnung an alle Gemeinden ergangen. Viele Gemeinderäte, so auch der von Sillenstede, waren wegen der Kosten nicht begeistert und kamen der Anordnung erst zögerlich nach.

Dann genehmigte der Sillensteder Rat die Anschaffung einer Feuerspritze und den Bau eines ersten Spritzenhauses, welches seinen Platz am Kirchhof am jetzigen Georg-Albers-Weg hatte. Bezweifelt wurde die Wirksamkeit dieser Spritze, da sie nur im Ort wirklich wirksam eingesetzt werden konnte.

Die entfernten Höfe in der Marsch waren kaum zu erreichen und auf der sandigen Geest gab es kaum Löschwasser. Erst der Bau der Wasserleitungen und die Gründung Freiwilliger Feuerwehren in den Jahren zwischen 1930 und 1937 schafften wirklich Abhilfe.

Bilder von Olaf Runge

Ausstellung 2012 – Feuerwehr 75 Jahre

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Die Ortswehr feierte ihr 75-jähriges Bestehen mit einem bunten Programm.

Bericht von Martin Noormann

Sillenstede – Der „Tag der Retter“ bei der Freiwilligen Feuerwehr Sillenstede war am Sonntag der Höhepunkt und der Abschluss der Veranstaltungen zum 75. Jahrestag der Gründung. Im und rund um das Feuerwehrgerätehaus sowie dem „Alten Rathaus“ und auf der Freifläche am Georg-Albers-Weg gab es einen Tag lang ein buntes Treiben mit viel Information und Unterhaltung. Dazu hatten sich viele Gäste eingefunden.

Zunächst konnten sich die Besucher auf eine kleine Zeitreise begeben. Ein Blick in die Geschichte der Feuerwehr bot die Ausstellung des Chronikkreises mit alten Bildern, Berichten und Exponaten. Mitglieder aus dem Kreis der Heimatfreunde gaben Erklärungen, die zeigten, dass die Wehr Sillenstede über ihre eigentlichen Aufgaben hinaus viel zum Dorfleben beigetragen hat.

Vor dem Haus standen zwei Oldtimer aus der Reihe der Löschfahrzeuge zur Besichtigung. Von der Geschichte zur Gegenwart kamen die Gäste vor dem Gerätehaus, wo die Feuerwehr ihre modernen Löschfahrzeuge und weiteres Gerät präsentierte. Der örtliche Förderverein der Wehr übergab bei der Gelegenheit ein besonderes Zelt zur Verwendung bei Einsätzen. Das leichte Zelt hat kein Gestänge oder andere Metallteile. Für die Stabilität sorgen Luftkammern, die in wenigen Minuten aus einer Atemluftflasche befüllt werden können. Damit ist das Zelt vielseitig einsetzbar.

Bei vielen Einsätzen werden die Wehren von anderen Hilfsorganisationen unterstützt und diese durften beim Jubiläum nicht fehlen. Es präsentierten sich das Technische Hilfswerk (THW), das Deutsche Rote Kreuz und der Malteser Hilfsdienst sowie auch die Rettungshundestaffel.

Viel Aufmerksamkeit fanden die Rettungshunde, die in der Vorführung ihr Können zeigten und dabei auch den Sprung durch einen brennenden Reifen nicht scheuten. Gemeinsam zeigten die Rettungsorganisationen die immer aktuelle Bergung von verletzten Personen aus einem verunglücken Kraftfahrzeug. Die verunglückte Person wurde sicher geborgen und versorgt, das Fahrzeug aber war reif für den Schrottplatz.

Viel Aufmerksamkeit fanden auch die hier aufgestellten Fahrzeuge. Die Palette reichte von einem Löschfahrzeug aus dem Jahre 1941 bis hin zu einem Tanklöschfahrzeug der neuesten Generation. Letzteres zeigte, dass auch beim Brandschutz neueste Technik den Einsatz erleichtern kann. Auch die Fahrzeuge der Hilfsorganisationen standen zur Besichtigung offen.

Zur Unterhaltung für die jüngeren Gäste gab es die Schminkstation, eine Feuerwehrrallye und Kistenstapeln. Hier schaffte es Jens Busma, insgesamt 19 Getränkekisten zu einem imposanten Turm aufzuschichten. Für das leibliche Wohl sorgten sowohl eine Cafeteria im „Alten Rathaus“ als auch Grillstationen vor dem Feuerwehrhaus.

Bilder von Olaf Runge

Ausstellung 2012 – Überwindung Notzeit

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„Überwindung der Notzeit von 1948 bis 1965“

Bericht von Martin Noormann

Die Ausstellung knüpft an die Vorjahres-Schau über die Notzeiten an. Zum Auftakt kamen fast 500 Besucher ins alte Sillensteder Rathaus.

Einen interessanten Blick in die Vergangenheit gewährte wieder die Jahresausstellung des Chronikkreises Sillenstede. Zum Programm gehörten auch der Pflanzenmarkt, Einblicke bei den Familienforschern, alte Traktoren und für die Kinder das Reiten auf der Grünfläche hinter dem „Alten Rathaus“. Die Nachbarn von der Feuerwehr sorgten auf vielfältige Weise für das leibliche Wohl der Gäste.

Die Ausstellung unter dem Thema „Überwindung der Notzeit von 1948 bis 1965“ fand großes Interesse. Geschätzt haben die Organisatoren, dass sich fast 500 Besucher am Eröffnungstag in der Ausstellung eingefunden haben. Ihnen wurde nochmals gezeigt, wie schmal die Lebensmittelrationen in der schlechten Zeit waren. Die Sorge um das tägliche Brot stand im Mittelpunkt des Lebens, gefolgt von der Sorge um akzeptablen Wohnraum.

Durch das gemeinsame Anfassen aller verbesserte sich der Alltag. Erste Lichtblicke gab es auf dem Arbeitsmarkt und die Gemeinden planten mit der Ausweisung erster Aufbaugebiete, so in Sillenstede und Grafschaft.

Tradition muss mit Leben erfüllt werden.

Bürgermeister Gerhard Böhling

Neben einem zeitgemäßen Feuerwehrhaus brachte die Gemeinde Sillenstede insbesondere den ersten Schulbau auf den Weg.

Bilder und Dokumente der Ausstellung berichteten aus dem Schulleben und reichen von der Schulspeisung bis zum Unterricht in der Handarbeit. Das Leben im Dorf gewann an Bewegung, und Sillenstede wurde ein beliebter Wohnort. Dazu hat sicherlich die gute Infrastruktur beigetragen. Erinnert wird an den ersten Bürgermeister Otto Frerichs, er hatte die Investitionen der Gemeinde Sillenstede mit auf den Weg gebracht.

Bürgermeister Gerhard Böhling eröffnete die Ausstellung. Doris Wolken vom Chronikkreis sagte, dass nur durch das gute Zusammenwirken vieler Beteiligten eine solche Veranstaltung möglich ist.

Bilder von Olaf Runge

Ausstellung 2011 – Not- und Nachkriegszeit

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„Not- und Nachkriegszeit zwischen 1945 und 1955“

Ausstellung „Not- und Nachkriegszeit“ – Chronikkreis Sillenstede beschäftigte sich mit Zeit nach dem Krieg
Bericht von Martin Noormann

Sillenstede – „Not- und Nachkriegszeit“ heißt die neue Ausstellung, die von den Mitgliedern des Chronikkreises Sillenstede vorbereitet wurde. Es gibt nur noch wenige Erinnerungsstücke an die schwere Zeit nach dem verlorenen Weltkrieg bis zur Währungsreform und den ersten Jahren danach.

Doch mit der allmählichen Verbesserung ihrer Lebenssituation haben sich viele Menschen von Erinnerungsstücken getrennt und diese weggeworfen, um nicht ständig an die schweren Tage erinnert zu werden.

In Sillenstede war die Situation im Mai 1945 nicht anders wie in anderen Kommunen auch. Es fehlte fast alles und es gab fast nichts. Der Wohnraum war bereits knapp, da einige Gebäude schon im Krieg „durch Feindeinwirkung“, wie es amtlich genannt wurde, zerstört waren. Schwerer hatte es die größeren Städte getroffen und von dort suchten die Menschen ein Unterkommen im Umland.

Flüchtlinge aufgenommen
Hinzu kamen die Menschen, die aus ihrer angestammten Heimat geflüchtet waren, die Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten verschärfte die Situation enorm. So musste jeder Raum genutzt werden, auch die „Hinterlassenschaften“ der Wehrmacht, in Sillenstede insbesondere das Barackenlager Pionierpark, aber auch die Batterie und andere Wehrmachtsbaracken im Gemeindebereich. Diese waren alle in einem schlechten Zustand, in den Vorjahren hatte man die Unterhaltung vernachlässigt, sie waren außerdem von Anfang an nicht als Wohnraum für Familien konzipiert.

Es gab kaum Möbel und Bekleidung, auch hier musste improvisiert werden. Überbleibsel der Wehrmacht sehr unterschiedlicher Art wurden mit viel Geschick zum Gebrauch im täglichen Leben umfunktioniert. Das galt ebenso für die notwendige Bekleidung, aus manchem Uniformteil wurde in mühevoller Handarbeit ein Bekleidungsstück gefertigt. Noch schwerer war die Sorge um das tägliche Brot.

Viele Handwerker bewiesen hier Talent, richteten ein kleines Unternehmen ein und übernahmen solche Aufgaben, um auf diese Weise für ihre Familie zu sorgen, denn Arbeitsplätze waren ebenfalls rar. Erst langsam normalisierte sich der Alltag und in den Gemeinden und Ortschaften entwickelte sich langsam wieder das Leben. Zunächst waren es Zweckorganisationen, in denen sich die Menschen vereinten, um gemeinsame Ziele zu verfolgen. Erst später hatte man Zeit für Unterhaltung oder Vergnügen.

Gleiche Sorgen und Nöte
Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben die gemeinsamen Probleme Einheimische und Vertriebene zusammengeführt, alle hatten die gleichen Sorgen und Nöte. Dieser Gemeinschaftssinn wird heute vielfach vermisst. Mit der Belebung der Wirtschaft und den Siedlungsprogrammen verschwanden die Barackenlager, schmucke Neubauten entstanden an ihrer Stelle. So sind in den Orten auch diese äußeren Zeichen der einstigen Notlage verschwunden. Nur noch ältere Mitbürger erinnern sich an den einstigen trostlosen Anblick.

Bilder von Olaf Runge

Ausstellung 2010 – Dorfleben

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„Aus dem ländlichen Dorfleben“

Ausstellung zieht mehr als 500 Besucher an

Bericht von Martin Noormann

Sillenstede – Fast ganz im Zeichen seiner Tradition und Geschichte stand der Ort Sillenstede am Wochenende. Der Chronikkreis hatte für ein interessantes Programm gesorgt. Die Eröffnung der jährlichen Ausstellung ist für den Kreis seit langer Zeit der Höhepunkt der heimatkundlichen Tätigkeit. Ein fester Termin ist dafür bereits seit Jahrzehnten der 1. Mai. In diesem Jahr beteiligten sich bei den Heimatkundlern nicht nur die Hobbygärtner mit dem Stauden- und Pflanzenmarkt sowie die Freunde alter Traktoren und Arbeitsgeräte. Die Feuerwehr sorgte einmal mehr für das leibliche Wohl. Und erstmals waren die Familienforscher dabei. Der Termin der Eröffnung fiel in diesem Jahr zudem auf ein Wochenende, sodass die Veranstaltung auf zwei Tage erweitert werden konnte.

So gab es im „Alten Rathaus“ und drum herum viel aus dem ländlichen Dorfleben, und so lautet auch der Titel der Chronikkreis-Ausstellung. Früh bereits waren Hobbygärtner auf den Beinen, um als Händler oder Käufer beim Pflanzenmarkt dabei zu sein. Der Zustrom ließ nur vorübergehend etwas nach, als die Feuerwehr den Maibaum der Dorfgemeinschaft aufstellte – musikalisch begleitet vom örtlichen Spielmannszug.

Zum offiziellen Auftakt der Veranstaltungsreihe hatten sich viele Gäste eingefunden. Doris Wolken, Leiterin des Chronikkreises, hieß unter anderem Bürgermeister Gerhard Böhling und den Ratsvorsitzenden Gerhard Ratzel willkommen. Böhling lobte die Aktiven des Ortes für die ehrenamtliche Arbeit und das beeindruckende Ergebnis. Er stellte auch die gute Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Schortens heraus – und dankte für die Unterstützung aus Sillenstede beim Aufbau des Archivs.

Dann wandten sich offizielle Gäste und Besucher der Ausstellung zu. Ein Gast schien mit einem alten Melkerfahrrad gekommen zu sein. Dieses Fahr- und Transportmittel faszinierte besonders Gerhard Ratzel. Die vielen Bilder, Urkunden und Aufzeichnungen sowie weitere Exponate erzählten aus dem ländlichen Dorfleben in früheren Jahrzehnten, in denen der Ort stark auf die Versorgung der Landwirtschaft und die Vermarktung ihrer Produkte eingestellt war. Die Ausstellung zeigte aber auch den Wandel besonders in den letzten 30 bis 40 Jahren, in denen sich Sillenstede von einem alten Dorf in eine lebendige und liebenswerte Ortschaft verwandelt hat, die heute ein beliebter Wohnplatz ist und gerne als das „Dorf im Sonnenschein“ bezeichnet wird.

Draußen setzte sich der Blick in die Vergangenheit fort. Ein Blickfang waren alte Zugmaschinen und Trecker – eingerahmt von Arbeitsgeräten und Maschinen, die vor 50 und mehr Jahren hoch im Kurs standen. Vor der Motorisierung hatten die Pferde die meiste Arbeit in der Landwirtschaft zu erledigen. Wie ihr Einsatz erfolgte, zeigten jetzt Hinrich und Mona Neumann mit zwei geduldigen Tieren.

Nach einem Rundgang ließen sich die Besucher in der Cafeteria der Feuerwehr nieder, und auch die Ausstellung der Ausrüstung und Fahrzeuge der Brandschützer stieß auf reges Interesse. Der guten Stimmung konnte der Regen am Nachmittag keinen Abbruch tun. Die Beiträge im alten Schulhaus wurden am Sonntag fortgesetzt und fanden guten Zuspruch.

Das galt auch für den Beitrag der Familienforscher. Viele Angehörige aus alteingessenen Familien und andere Forscher auf diesem Gebiet dem gesamten Jeverland und der weiteren Umgebung fanden den Weg hierher und sahen in den Unterlagen der „Ahnenforscher“ auch Aufzeichnungen über die Vorfahren, die in der Ausstellung zum Teil bereits im Bild vorgestellt wurden. Mehr als 500 Besucher haben an beiden Tagen am Geschehen teilgenommen – alle Aktiven waren am Ende zufrieden.

Bilder von Olaf Runge

Ausstellung 2009 – Landwirtschaft

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„Landwirtschaft rund um das Kirchspiel Sillenstede“

Die Landwirtschaft im „Wandel der Zeit“ als Thema

Bericht von Martin Noormann

Sillenstede – Eine Reihe alter Trecker und landwirtschaftlicher Zugmaschinen „tuckerte“ am ersten Maitag aus mehreren Orten des Jeverlandes zum gemeinsamen Ziel in Sillenstede, wo sie sich auf dem Gelände der früheren zweiten Pastorei am Georg-Albers-Weg trafen. Ihre typischen Motorgeräusche weckten bei vielen älteren Bürgern des Ortes die Erinnerung an früheren Zeiten. Kurz darauf rollten noch zwei alte Heuwender, alte Wagen und sonstiges Gerät, alle von einem Pferd gezogen, zu diesem Versammlungsplatz. Das auch in Sillenstede schon ungewohnte „Trappeln“ des Pferdes fiel auf und machte neugierig.

Anlass war die jährliche Ausstellung des Chronikkreises Sillenstede, in diesem Jahr zum Thema „Landwirtschaft rund um das Kirchdorf Sillenstede“ in dem benachbarten früheren Schulhaus.

Arbeitgeräte für “Handbetrieb“ aus der Landwirtschaft hatten die Organisatoren schon an den Vortagen zusammengetragen und zu einer gelungenen Ausstellung auf der Freifläche und im Hause aufgebaut. Vor dem alten Schulhaus und entlang der Grafschafter Straße hatte sich am frühen Morgen wieder der beliebte Stauden- und Pflanzenmarkt etabliert. Strahlender Sonnenschein begleitete an diesem Tage das Vorhaben, das so zu einem schönen Erfolg für den Chronikkreis wurde. In großer Zahl kamen die Interessenten und sahen zunächst die Ausstellung aus Aufzeichnungen, Urkunden und Bildern, welche die Geschichte der Landgüter und landwirtschaftlichen Höfe rund um Sillenstede erzählte und auch die Entwicklung in mehreren Jahrhunderten aufzeigte. Sachkundige Führungen und Erklärungen gab es zusätzlich.

Zum offiziellen Auftakt war Bürgermeister Gerhard Böhling gekommen, der den Eifer der Organisatoren lobte. Diese dankten den vielen Freunden, Helfern und den Besitzern bzw. ehemaligen Betreibern von landwirtschaftlichen Betrieben für eine vielfältige Unterstützung.

Besonderer Anziehungspunkt blieb jedoch die Darbietung auf der Freifläche. Bei den Treckern konzentrierte sich zunächst das Interesse. Fachgespräche wurden geführt und Erinnerungen an frühere Zeiten ausgetauscht. Besonders die älteren Besucher waren begeistert. Die Kinder interessierten sich natürlich mehr für das Pferd, mit dem Hinrich Neumann jeweils einen kleinen Ritt über das Gelände bot. Geduldig warteten die Kinder dabei in langer Reihe. Ein Mädchen, welches von den Eltern wohl ein „Ponyreiten“ versprochen worden war, äußerte ganz erstaunt, „Oh, ist das Pony aber groß geworden“. Das geduldige Pferd „Martin“ ließ alles mit großer Gelassenheit über sich ergehen und kam erst richtig in Schwung als es vor alte Arbeitsmaschinen gespannt wurde. Die Organisatoren hatten vorher auf einem Teil der Grünfläche bereits Heu verteilt und hier wurde demonstriert, wie ein Gabelheuwender und auch ein Schwadenrechen funktionieren. Eindrucksvoll zeigten die Darbietungen, wie in der Landwirtschaft früher Muskelkraft von Mensch und Tier erforderlich waren. Die Arbeitsgeräte werden nicht nur von den Tieren gezogen, die technische Funktion erfolgt ebenfalls über die Zugkraft des Pferdes.

Bis in den späten Nachmittag hielt der rege Betrieb in den Ausstellungsräumen und auf der Grünfläche an. Eine Gruppe junger Frauen, die Junggesellinnenabschied feiern wollten, machten hier zunächst Station. Die angehende Braut musste zunächst beweisen, dass sie mit einer alten Maschine sähen kann. Nach erfolgreicher Probe gab es als Anerkennung eine Rundfahrt mit dem Trecker zum ehemaligen Rathaus. Hier konnte in ihrer Sache jedoch nichts mehr ausgerichtet werden. Bereits im Jahre 1972 ist der Standesbeamte nach Schortens umgezogen. Für das leibliche Wohl hat wieder die Feuerwehr gesorgt. Auch hier machte sich die gute Resonanz bei der gesamten Veranstaltung bemerkbar, denn schon recht früh musste die Wehr melden „Kuchen ist ausverkauft“. Glücklich und zufrieden schlossen die Mitglieder aus dem Chronikkreis unter Leitung von Doris Wolken gegen Abend die Türen.

Bilder von Olaf Runge