Ausstellung 2013 – Brandschutz

„Brandschutz im Laufe der letzten Jahrhunderte“

Trotz Wasserspritze war Löschwasser auf der Geest Mangelware.
Bereits 1876 wurde in Sillenstede eine Löscheinheit angeordnet.

Bericht von Martin Noormann

Einen Einblick in die Geschichte von Sillenstede und der Region bot der Chronikkreis wieder mit seiner Jahresausstellung, die am Maifeiertag eröffnet wurde und die sich mit dem „Brandschutz im Laufe der Jahrhunderte“ befasst. Dazu wurden zahlreiche Dokumente, Bilder und andere Ausstellungsstücke zusammengetragen.

Die Jahresausstellung stieß auf großes Interesse, die weiteren Veranstaltungen in Sillenstede trugen ebenfalls zum Gelingen bei. Die Aktivitäten am ersten Maitag begannen in Sillenstede wieder mit dem Stauden- und Pflanzenmarkt auf dem Platz vor dem ehemaligen Rathaus. Es hatten sich etwa 30 Hobbygärtner beim örtlichen Chronikkreis als Organisator der Veranstaltungen rund ums alte Rathaus angemeldet, die dann am frühen Morgen zur Stelle waren und ihre Angebote ausbreiteten.

Zur offiziellen Eröffnung der Ausstellung begrüßte Vorsitzende Doris Wolken vom Chronikkreis die stellvertretende Bürgermeisterin Anne Bödecker und wies auf das vielfältige Rahmenprogramm hin. Anne Bödecker zeigte sich überrascht von den Aktivitäten des regen Chronikkreises, der seit vielen Jahren aktiv ist. Sie dankte für das Engagement. Einen besonderen Dank sprach sie Doris Wolken aus, die sie als ein „Sillensteder Urgestein“ bezeichnete. In vielfältiger Weise hat Doris Wolken sich über Jahrzehnte für ihren Heimatort eingesetzt und führt diese Arbeit auch weiterhin aus. Ein gemeinsamer Rundgang durch die Ausstellung schloss sich an.

Pferde und Oldtimertraktoren
Auf dem Gelände hinter dem ehemaligen Verwaltungsgebäude hatten die Oldtimertraktoren Aufstellung genommen und konnten von Besuchern bestaunt werden. Mona und Hinrich Neumann boten mit ihren Pferden „Martin“ und „Zara“ für die Kinder einen Ritt über das Gelände. Die Freiwillige Feuerwehr hatte im Gemeinschaftsraum wieder eine Cafeteria eingerichtet. Gerne nahmen die Gäste nach einem Rundgang Platz und stärkten sich bei Kaffee, Tee und Kuchen. Handfeste Stärkungen gab es im und vor dem benachbarten Gerätehaus, wo Feuerwehrleute an Grillstationen für Bratwürste verantwortlich zeichneten. Der Förderverein der Freiwillen Feuerwehr informierte auch.

Feuerwehr-Historie
Aus den Anfängen des Brandschutzes um das Jahr 1750 gibt es keine Bilder, aber die Dokumente mit den ersten Brandschutzvorschriften zeigen, dass die Gefahr durch Feuersbrunst zu allen Zeiten gegenwärtig war und die Menschen aber auch die „Obrigkeit“ ständig beschäftigte. Schon vor mehr als 250 Jahren wurde sehr darauf geachtet, dass in den Ortschaften Feuerleitern und gute Feuerhaken bereit lagen und sonstiges Löschgerät vorhanden war. Auch in Sillenstede wurde auf die Einhaltung dieser Vorschriften geachtet. Protokolle des Kirchspielausschusses aus der Zeit um 1800 belegen dies.

Einen ersten geordneten Feuerschutz gab es in Sillenstede nach 1876 durch die Einrichtung einer Pflichtfeuerwehr und die Anschaffung einer Wasserspritze. Von der großherzoglichen Regierung in Oldenburg war eine entsprechende Anordnung an alle Gemeinden ergangen. Viele Gemeinderäte, so auch der von Sillenstede, waren wegen der Kosten nicht begeistert und kamen der Anordnung erst zögerlich nach.

Dann genehmigte der Sillensteder Rat die Anschaffung einer Feuerspritze und den Bau eines ersten Spritzenhauses, welches seinen Platz am Kirchhof am jetzigen Georg-Albers-Weg hatte. Bezweifelt wurde die Wirksamkeit dieser Spritze, da sie nur im Ort wirklich wirksam eingesetzt werden konnte.

Die entfernten Höfe in der Marsch waren kaum zu erreichen und auf der sandigen Geest gab es kaum Löschwasser. Erst der Bau der Wasserleitungen und die Gründung Freiwilliger Feuerwehren in den Jahren zwischen 1930 und 1937 schafften wirklich Abhilfe.

Bilder von Olaf Runge

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